Schüler des GMG beim geopolitischen Planspiel Pol&IS

Von 27.02 bis 01.03.2019 nahmen 21 Schülerinnen und Schüler des GMG und 29 aus Eckental am Planspiel Politik und internationale Sicherheit der Bundeswehr auf Schloss Schney in Lichtenfels teil.
In der Simulation übernahm jede Schülerin und jeder Schüler einen verantwortungsvollen Posten, entweder in der Regierung einer Region, als Vertreter der Vereinten Nationen, der Weltbank oder als Verantwortlicher von Nichtregierungsorganisationen wie Greenpeace, Amnesty International oder der Weltpresse. Die Teilnehmer verbesserten oder verschlechterten weltweite und regionale Probleme, fanden sich zu Umwelt- und Abrüstungsabkommen zusammen und versuchten, über Handelsvereinbarungen die Versorgung ihres Landes zu verbessern. Wie auch in der echten Welt waren die Möglichkeiten und Güter begrenzt. So hätte der Welthunger zwar gestillt werden können. Dennoch hungerten die Menschen mancher Regionen, weil geeignete Handelsabkommen nicht zustande kamen. Das ist nur ein Beispiel von vielen, an dem die Schülerinnen und Schüler sozusagen am eigenen Leib erfahren konnten, dass viele aktuelle Probleme nur in globaler Zusammenarbeit gelöst werden können. Und nicht jedes Kind hat das Glück mit genügend Trinkwasser und Lebensmitteln oder auch ohne Krieg aufzuwachsen – die Lebenschancen in vielen afrikanischen oder auch asiatischen Ländern unterscheiden sich drastisch von denen in den meisten europäischen oder nordamerikanischen Staaten.

Das merkten insbesondere die Teilnehmer, die ihr verantwortungsvolles Amt in einer Region mit schwerwiegenden Problemen der Grundversorgung antraten. Aber auch die Regierungsvertreter Nordamerikas, Japans oder Europas hatten mit großen Herausforderungen zu kämpfen, zum Beispiel einer ausufernden Umweltverschmutzung, zunehmender Überalterung oder Flüchtlingsströmen.
Nachdem sich die Spieler in ihre Rollen eingearbeitet hatten galt es, politische Programme aufzustellen, sie in den von den Generalsekretären geleiteten UN-Hauptversammlungen vorzustellen und anschließend mit konkreten Maßnahmen auch umzusetzen. So wurde eifrig mit Rohstoffen, Geld und sogar Müll gehandelt, gegen Terroristen und Piraten vorgegangen sowie Sicherheitsabkommen und Entwicklungshilfeverträge geschlossen. Auch geostrategische Verschiebungen ergaben sich, beispielsweise durch das zögerliche Vorgehen der Regierung Ozeaniens, das zum Verlust von Leistungszentren an das expansive China führte. Die Erfolge und Rückschläge der Regierungen wurden stets kritisch von der Presse untersucht und von den NGOs eingefordert und angeprangert. Erhebliche Kritik musste insbesondere Europa einstecken, dessen Regierung trotz erheblicher Anstrengungen mit 24 Schiffen und Unterstützungseinheiten kein einziges Flüchtlingsboot sichern konnte, während der afrikanische Staatsminister mit nur einem einzigen Schiff 800 Menschen zu retten vermochte.
Wenig Wirkung zeigte auch das zunächst nur halbherzige Vorgehen Südamerikas gegen den Drogenhandel, während der verstärkte Einsatz Russlands gegen Waffenschieber letztendlich von Erfolg gekrönt wurde. Auch Arabien gelang es mit internationaler Unterstützung die Terrorgruppe Islamischer Staat zurückzuschlagen. Unter Führung Amerikas konnte schließlich auch ein Vermittlungsverfahren zur Zuteilung des Nilwassers zwischen Afrika und Arabien in Gang gesetzt werden.

 

Wie wichtig, aber auch schwierig Kompromisse mit vielen internationalen Beteiligten sind, das hatten alle erfahren. Aber auch, dass es sich lohnt, sich für seine Ziele einzusetzen und hartnäckig dafür zu kämpfen. Entsprechend positiv fiel auch das Feedback der Schülerinnen und Schüler aus: Das Ziel Interesse an Politik zu erhöhen und die sozialen und kommunikative Fähigkeiten der Beteiligten zu stärken wurde nach Meinung der Teilnehmer erreicht.
Und die Pol&IS-Welt dreht sich weiter, mit neuen Herausforderungen für die nächsten Spieler.

Paula Schißlbauer (10d)