Startup-Gründung: Man gewinnt oder man lernt!

Diese Erkenntnis vermittelte Julian Weishaupt den Zehntklässlern des Wirtschaftszweigs bei seinem Vortrag zur Unternehmensgründung. Als Mitgründer des Amberger Modelabels „I am free“, selbständiger Unternehmer und Mitarbeiter beim Tech-Incubator Zollhof konnte der ehemalige GMG-Schüler die Möglichkeiten aber auch die Schwierigkeiten bei der Gründung eines eigenen Unternehmens aus erster Hand schildern.
Von zentraler Bedeutung sei vor allem die erfolgreiche Zusammenarbeit des Gründerteams und der mit ihm verbundenen Unterstützer. Freundschaften allerdings seien keine Grundlage für eine erfolgreiche Gründung, so Herr Weishaupt. Zu sehr stünden unternehmerische Interessen und freundschaftliche Überlegungen in Konflikt.
Spannend waren natürlich vor allem die konkreten Beispiele aus der Praxis: So musste „I am free“ den Amberger Pop-up-Store beispielsweise innerhalb von nur 2 Tagen aus dem Boden stampfen – so mussten schließlich die Privatmöbel des Unternehmerteams herangekarrt und aufgebaut werden.  Auch wäre die fair-trade-Zertifizierung des Unternehmens zwei Wochen vor Marktstart beinahe an einem nicht zertifzierten Zulieferbetrieb gescheitert. Doch den damit verbundenen Stress und auch die unvermeidlichen Rückschläge sieht Herr Weishaupt positiv: Das beste am Unternehmertum sei schließlich, dass es ein unvorhersehbares Abenteuer sei, das verdiente Erfolgserlebnisse biete und – gerade bei ökologisch oder sozial denkenden Startups – eine sehr befriedigende und sinnstiftende Aufgabe sei.
Den Schülern empfahl der Jungunternehmer, sich ein Ziel zu setzen und dieses konsequent zu verfolgen. Dabei sollten sie insbesondere die vielen Unterstützungsmöglichkeiten, die sich vor allem aus erfolgreichem Netzwerken ergeben können, nutzen und stets den Mehrwert für die Zielgruppe im Auge behalten. Schließlich seien auch heutige Großunternehmen wie Microsoft, Google oder Tesla vor gar nicht langer Zeit von einer kleinen Gruppe motivierter Gründer auf die Beine gestellt worden.
Einige Schüler erkannten auch gleich die Gelegenheit und ließen sich vom Experten beraten, um ihr Planspiel-Unternehmenskonzept für den „Ideen machen Schule“-Wettbewerb noch weiter zu verbessern.