Mythos des Monats: Theseus und der Minotaurus

(Zwei-) Monatliche Ausstellung im Latein-Schaukasten des GMG

Haben Sie den roten Faden verloren?
Dann sollten Sie ihn schnellstens wieder aufnehmen. Denn ohne den sprichwörtlichen Ariadne-Faden sind Sie verloren! Auch der mythologische Held Theseus, der den Minotaurus – ein Wesen halb Mensch, halb Stier – in einem Labyrinth besiegte, hätte ohne den berühmten Ariadne-Faden aus demselbigen nicht wieder herausgefunden. Und so nimmt Sie der rote Faden an die Hand und führt Sie vom Haupteingang des GMG bis hinauf in den ersten Stock zum Latein-Schaukasten.

Im Rahmen der Latein-Ausstellung "Mythos des Monats" am GMG wird dort der Mythos des athenischen Helden im Kampf mit dem Fabelwesen Minotaurus thematisiert. In gewissen Zeitabständen mussten die Athener dem Minotaurus sieben Jungfrauen und sieben Jünglinge opfern, bis der Held Theseus dem Elend ein Ende machte, das Ungeheuer besiegte und dank eines Fadens, den er von der Königstochter Ariadne erhalten hatte, wieder aus dem von Dädalus erbauten Labyrinth herausfand.

Jahrtausendelang überdauerten die Mythen der Antike die Zeit und sind heute noch so präsent wie damals! Woran liegt das?
Mythen sind nicht nur erdachte Geschichten oder Märchen. Vielmehr fungieren sie als Parabeln und Symbolgeschichten für das eigene Leben, die eigenen Grundängste und Grundsehnsüchte. Sie stammen aus dem tiefsten Innern der menschlichen Seele und sprechen sie daher auch grundlegend an.
So symbolisiert der Minotaurus beispielsweise Ängste in uns, denen wir viel opfern und die es zu besiegen gilt, ohne danach in einem Labyrinth der Orientierungslosigkeit (z.B. unseres Alltags) allein und zurückgelassen verloren zu gehen. Es kommt dann darauf an, eine Orientierung, einen roten Faden zu haben, wie auch immer der aussehen mag - ein Freund, ein Plan, ein Ratschlag, Gott - um ausweglosen Lebenssituationen endgültig zu entkommen.

Freuen Sie sich auf den nächsten Mythos: Dädalus und Ikarus – Oder: Warum wir so gerne abstürzen!