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Auf Expedition zum Bohrschiff im Pazifik

Am Freitag hatten die Schüler der Q11-Geo-Kurse die Gelegenheit auf das internationale geologische Forschungsschiff JOIDES Resolution im Südwestpazifik zu reisen. Mittels Live-Schaltung nahmen sie Kontakt zum gebürtigen Amberger Dr. Philipp Brandl auf, der für das deutsche Forschungsinstitut Geomar wissenschaftliche Untersuchungen an Bord durchführt.

Philipp erzählte zunächst vom Zweck der Expedition, bei der vom Schiff aus in einen 1300m unter dem Meeresspiegel liegenden Vulkan gebohrt wird. Dort sind insbesondere die geochemischen Prozesse interessant, die den Meeresboden mit metallischen Stoffen anreichern und so zu abbauwürdigen Lagerstätten führen können. Anschließend führte er die Schüler und ihre Lehrkräfte mittels Helmkamera über das 150m lange Schiff mit seinem großen, mittig platzierten Bohrturm - natürlich im Dunkeln, denn vor Ort war es bereits 23.00 Uhr: Auf dem Catwalk (Laufsteg) übergeben die Bohringenieure das an Bord geholte Material den mitgereisten Wissenschaftlern zur Untersuchung. Diesen stehen neben mechanischen, optischen und chemischen Untersuchungsmöglichkeiten auch ein Rasterelektronenmikroskop zur Verfügung. Im Labor traf die Amberger Exkursion dann auf Karen Strehlow, Philpps Kollegin, die uns die Arbeit mit den Bohrkernen genauer erläuterte.


Anschließend nutzten Schüler und Lehrer des GMG die Gelegenheit, den Forscher zu befragen: Wie kann man in über 1300m Tiefe ein Bohrloch treffen? Sind die amerikanischen Kollegen an Bord besonders drauf? Warum wird gerade in diesen untermeerischen Vulkan gebohrt? Hat man auch mal Freizeit? Wie kommt man auf so ein Schiff?

Sympathisch und authentisch schilderte Philipp Brandl das Leben und die Arbeit an Bord und erläuterte die wissenschaftlichen und technischen Zusammenhänge: Mit einer ganzen Tonne Kartoffeln beispielsweise, sei die Versorgung der 15 Mio. Dollar teuren Expedition gesichert - die kulinarische Vielfalt sei allerdings ebenso eingeschränkt, wie die Freizeitmöglichkeiten. Ein Kreuzfahrtschiff ist die JOIDES Resolution sicher nicht! Besondere Schwierigkeiten hätte er während der vergangenen Tage gehabt, als schwerer Seegang Kopf und Bauch auf eine Belastungsprobe gestellt habe. Trotzdem sei dieses Projekt natürlich ein tolles, spannendes und sehr abenteuerliches Erlebnis. Vor kurzem hätten sie z.B. - ganz nebenbei - als erste überhaupt einen Tiefseehai in diesem Meeresbereich gefunden und somit auch neue ökologisch-biologische Erkenntnisse liefern können.

Nach über einer Stunde an Bord war es schließlich Zeit, wieder zurückzukehren. Aber vielleicht zieht es ja den einen oder anderen GMG-Schüler auch eines Tages als Forscher an die entferntesten Regionen unseres Planeten. Ganz herzlich danken wir Dr. Philipp Brandl für diese außergewöhnliche Gelegenheit, dem Alltag eines Wissenschaftlers auf Expedition nachspüren zu können!

    

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